Video-Bitrate und Dateigröße
Bevor du auf „Exportieren“ klickst, gibt es drei Fragen, und dein Schnittprogramm beantwortet keine davon: wie groß die Datei wird, welche Bitrate du brauchst, um unter dem Limit zu bleiben, und wie viele Minuten auf eine Karte passen. Hier wird gerechnet, und du siehst auch, ob es in eine E-Mail passt.
Die Rechnung und warum man sie rückwärts machen muss
Die Größe eines Videos ist eine Multiplikation: Bitrate mal Dauer, geteilt durch acht, weil aus Bits Bytes werden. Die Rechnung, die du wirklich brauchst, ist aber die andere: Das Portal nimmt 10 MB, das Video dauert vier Minuten, welche Bitrate stelle ich ein? Raten heißt: exportieren, auf die Größe schauen, ändern, wieder exportieren, und jede Runde kostet eine halbe Stunde. Hier steht die Zahl sofort da, und der Ton wird extra gerechnet, weil er auch Platz braucht (und bei einem kurzen Video mehr ausmacht, als du denkst).
Ein Megabyte ist nicht gleich ein Megabyte
Wer deinen Upload annimmt, rechnet 1 MB = eine Million Bytes; Windows rechnet mit 1.048.576. Der Unterschied beträgt 5 %, und bei einem Upload-Limit ist das genau der Unterschied zwischen „angenommen“ und „abgelehnt“. Hier wird in Millionen gerechnet, so wie Websites, Postfächer und der Mac zählen, und daneben siehst du auch das Ergebnis nach der anderen Rechnung, damit du dich nicht wunderst, wenn dein Computer eine andere Zahl anzeigt.
Ein E-Mail-Anhang wächst um ein Drittel
Genau deshalb kommen E-Mails zurück. Ein Anhang reist nicht so, wie er auf deiner Festplatte liegt: Er wird in eine Form umgeschrieben, die nur aus Buchstaben und Ziffern besteht, und aus drei Bytes werden vier. Bei einem Postfach, das 25 MB annimmt, liegt die Grenze für die eigentliche Datei bei 18-19 MB. Hier ist die Rechnung schon in beide Richtungen gemacht: wie groß der Anhang wird und wie weit du darunter bleiben musst, damit er nicht zurückkommt.
Wie viel auf eine Karte passt
Mit der Bitrate deiner Kamera (du findest sie im Qualitätsmenü) siehst du sofort, wie viele Minuten auf eine Karte passen, und das ist die Rechnung, die du beim Packen machst. Achte auf eines: Eine „128-GB“-Karte hat nicht die vollen 128 GB frei (nach dem Formatieren ist es etwas weniger), deshalb bekommst du daneben auch die vorsichtige Zahl. Und denk daran, dass eine lange Aufnahme wegen der Grenze von 4 GB pro Datei mancher Karten oder Kameras früher abbrechen kann.
Was das Tool nicht kann
Es komprimiert nichts und wandelt nichts um: Es ist ein Rechner. Um eine Datei wirklich kleiner zu machen, gibt es Video komprimieren, zum Ändern des Formats Video in MP4 umwandeln, und wenn die Datei schon existiert und du ihre echte Bitrate wissen willst, ist das die Aufgabe von Was dein Video wirklich ist. Eine absolut „richtige“ Bitrate gibt es nicht: Sie hängt davon ab, wie viel Bewegung im Bild ist, und vom Codec (mit H.265 oder AV1 reicht bei gleicher Qualität etwa die Hälfte im Vergleich zu H.264).