Gitarre stimmen
Tippe auf eine Saite, um den Referenzton zu hören, und stimme deine Gitarre nach Gehör.
Wofür es gut ist
Es spielt den genauen Ton jeder Gitarrensaite in Standardstimmung (E-A-D-G-H-E). Hör hin und stimme deine Saite danach. Auf den Schaltflächen steht oben der Ton in internationaler Schreibweise mit Oktavzahl, darunter der deutsche Name der Saite: B ist das deutsche H.
Tipp
Beginne mit der tiefsten Saite (tiefes E) und arbeite dich nach oben. Dreh die Lautstärke auf und spiel in einem ruhigen Raum. Die Töne beruhen auf dem Kammerton A mit 440 Hz.
Nach Gehör stimmen, ganz praktisch
Am wirksamsten ist es, nicht darauf zu achten, ob der Ton „ähnlich klingt“, sondern auf die Schwebungen: Wenn zwei Töne nah beieinander, aber nicht gleich sind, pulsiert die Lautstärke, und je langsamer das Pulsieren, desto näher bist du dran. Verschwindet es ganz, stimmt die Saite. Das ist das einzige Signal, das das Ohr auch ohne absolutes Gehör genau erkennt.
Stimme immer von unten an den Ton heran: Bist du zu hoch, geh erst darunter und stimme dann wieder hoch. Die Saite rutscht in kleinen Sprüngen über Sattel und Steg; stimmst du sie von oben herunter, bleibt Spannung hängen, die sich kurz darauf löst und den Ton sinken lässt. Kommst du von unten, bleibt sie dagegen, wo du sie hingestimmt hast.
Die Methode mit dem fünften Bund und wo sie dich im Stich lässt
Das ist die klassische Art, eine Gitarre in sich zu stimmen: Drückst du eine Saite im fünften Bund, erhältst du den Ton der nächsten Leersaite. Das funktioniert für alle Paare außer einem: Zwischen der dritten und der zweiten Saite (G und H) ist der richtige Bund der vierte. Das zu vergessen ist der häufigste Anfängerfehler.
Der Haken der Methode ist, dass sich Fehler summieren: Ist die erste Saite etwas zu tief, werden alle anderen noch ein bisschen tiefer. Wenn du mit anderen oder zu einer Aufnahme spielst, stimmst du deshalb besser jede Saite nach einer externen Referenz, etwa nach den Tönen auf dieser Seite, statt in einer Kette.
Warum 440 Hz und wann das nicht passt
Das A mit 440 Hz ist seit 1955 der internationale Standard, aber kein Naturgesetz: Viele europäische Orchester spielen mit 442 oder 443 Hz, die Alte Musik verwendet oft 415, und manche Aufnahmen aus den Sechzigern liegen leicht außerhalb jedes Standards, weil die Bänder nicht mit perfekter Geschwindigkeit liefen.
Spielst du zu einer Aufnahme und alles klingt fast richtig, liegt das Problem meist nicht bei dir: Versuch, direkt nach der Aufnahme zu stimmen, Saite für Saite. Und benutzt du einen Kapodaster, stimme zuerst ohne ihn und setze ihn danach auf, denn das Niederdrücken der Saiten zieht sie etwas zu hoch.
Wenn die Stimmung nicht hält
Neue Saiten verstimmen sich tagelang, bevor sie sich setzen: Das ist normal, und es geht schneller, wenn du sie vorsichtig dehnst und mehrmals nachstimmst. Wenn dagegen nur eine Saite immer wieder absinkt, liegt es fast immer an der Stimmmechanik oder an der Wicklung um den Wirbel: Ein paar ordentliche Windungen nach unten halten besser als ein Knäuel.
Stimmt die Gitarre bei Leersaiten, klingt aber weiter oben am Hals schief, ist das kein Stimmproblem, sondern eine Frage der Bundreinheit des Instruments: Die Saitenlänge am Steg muss eingestellt werden, und das ist ein Job für den Gitarrenbauer. Dasselbe gilt fürs Klima: Feuchtigkeit und Temperatur bewegen das Holz, deshalb verstimmt sich ein Instrument, das neben der Heizung steht, jedes Mal.
Siehe auch
Für die genaue Frequenz jeder Note gibt es Note in Frequenz, für Griffbilder Gitarrenakkorde und zum Wechseln der Tonart Akkorde transponieren. Im Takt bleibst du mit dem Metronom und dem BPM-Tap-Zähler.