Widerstands-Farbcode
Wähle die Farben der Ringe deines Widerstands (4 oder 5): Ohmwert, Toleranz und Zeichnung werden sofort aktualisiert.
So liest du ihn ab
Bei Widerständen mit 4 Ringen sind die ersten beiden Ringe Ziffern, der dritte ist der Multiplikator (Potenz von 10) und der vierte die Toleranz. Bei Widerständen mit 5 Ringen (Präzisionswiderstände) gibt es drei Ziffernringe. Klassisches Beispiel: gelb-violett-rot-gold = 47 × 100 = 4.700 Ω = 4,7 kΩ ±5 %.
Die richtige Leserichtung
Halte den Toleranzring (Gold oder Silber, oder den, der etwas abseits liegt) rechts. Gibt es den abgelesenen Wert im Handel nicht (E12/E24-Reihe: 10, 12, 15, 18, 22, 27, 33, 39, 47, 56, 68, 82…), liest du ihn wahrscheinlich falsch herum.
Warum Farben statt Zahlen
Der Code entstand in den 1920er-Jahren aus einem praktischen Grund: Auf einem Bauteil von wenigen Millimetern wäre eine aufgedruckte Zahl unleserlich und vor allem nur von einer Seite lesbar. Ringe dagegen laufen rund um den Körper und bleiben immer sichtbar, auch wenn das Bauteil eingelötet und verdreht ist. Aus demselben Grund haben sie auch die Einführung des Laserdrucks überlebt.
Die Farben folgen der Reihenfolge des Spektrums, mit Schwarz und Braun davor: Schwarz 0, Braun 1, Rot 2, Orange 3, Gelb 4, Grün 5, Blau 6, Violett 7, Grau 8, Weiß 9. Wer sich die Reihenfolge der sechs mittleren merkt, kann fast alles ablesen, denn Schwarz und Braun stehen am Anfang, und Grau und Weiß sind selten.
Der dritte Ring ist keine Ziffer, er zählt Nullen
Diesen Fehler macht anfangs jeder: „gelb violett rot“ als 472 statt als 4.700 zu lesen. Der dritte Ring (bei Präzisionswiderständen der vierte) ist ein Multiplikator, er sagt also, wie viele Nullen anzuhängen sind. Rot steht hier nicht für 2, sondern für „×100“.
Zwei besondere Multiplikatoren sind für kleine Werte da: Gold teilt durch zehn und Silber teilt durch hundert. Ein Widerstand braun-schwarz-gold ist kein Ablesefehler, sondern hat 1 Ohm; und das sind gängige Werte, denn Widerstände von wenigen Ohm verwendet man zum Messen von Strömen.
Wie du die Leserichtung erkennst
Der Toleranzring liegt weiter weg von den anderen und sitzt an einem Ende, meist Gold (±5 %) oder Silber (±10 %): Er gehört nach rechts. Hat der Widerstand nur einen abgesetzten Ring, ist es dieser. Sind die Ringe dagegen gleichmäßig verteilt und ist keiner golden, hilft der Abgleich mit den Normwerten: Handelsübliche Widerstände folgen den Reihen E12 und E24, und Werte wie 43 oder 68 gibt es, 44 oder 67 dagegen nicht.
Bei fünf Ringen ist der zusätzliche Ring eine Ziffer, kein Multiplikator, und bei sechs Ringen ist der letzte der Temperaturkoeffizient, der nur in der Messtechnik zählt. Ein Sonderfall ist ein Widerstand mit vier Ringen, dessen vierter Ring schwarz ist: Schwarz bedeutet ±20 % Toleranz, und das ist ein alter Widerstand.
Vor dem Einbau auch auf die Leistung achten
Der Farbcode gibt den Wert in Ohm an, nicht wie viel Leistung in Watt der Widerstand verkraftet: Das bestimmt seine Baugröße, und ein Widerstand, der für den durchfließenden Strom zu klein ist, wird heiß, ändert seinen Wert und brennt schließlich durch. Übliche Größen reichen von einem Achtel Watt bis zu zwei Watt, und die Faustregel lautet, mindestens das Doppelte der berechneten Leistung einzuplanen.
Im Zweifel lohnt es sich trotzdem, mit einem Multimeter zu messen: Ringe verblassen durch Hitze, Rot und Orange werden oft verwechselt, und auf einem blauen oder grünen Körper sind die Farben schlechter zu erkennen als auf einem beigen. Der Code dient der Orientierung, das Messgerät der Entscheidung.
Siehe auch
Den Zusammenhang zwischen Spannung, Strom und Widerstand liefert das ohmsche Gesetz. Für den Verbrauch im Haushalt gibt es den Stromkostenrechner und den Lumenrechner, und für Rechnungen in wissenschaftlicher Schreibweise den wissenschaftlichen Rechner.